Kiel. Nach seinem vielbeachteten Album Come What May legt der Kieler Musiker Dominik Sonders alias Sidetrack Walker jetzt mit The Art Of Starvation ein neues Album vor, das im Vergleich zum Vorgänger instrumental abgespeckt wurde, aber dennoch reich an dunkel funkelnden Kammerpop-Juwelen ist.

Elf Titel, die komplett in Eigenregie im Homestudio entstanden (Mastering: Andre Jonas). „Die eigentliche Idee, ein reines Instrumentalalbum zu machen, hat sich dahin entwickelt, dass drei Stücke mit Gesang entstanden sind“, erzählt der Sidetrack Walker. Eines von ihnen, The Host, ist bereits vorab als Single erschienen und enthält neben Klavier und Streichern, den Kernelementen des Albums, auch elektronische Klänge, Chöre und einen Ausflug in metallische Gefilde inklusive Blast-Beats. Eine Ausnahme, aber doch Kennzeichen für überraschende Momente in Sonders Kompositionen. Ähnlich verhält es sich mit The Odd Moment, einer fragilen, sanftmütigen und introvertierten Piano-Ballade, die mittendrin zur Dancefloor-Nummer avanciert.

The Art Of Starvation ist laut Sidetrack Walker lose inspiriert von Franz Kafkas Ein Hungerkünstler: „Das ist eine Kernaussage, die stimmungsmäßig in meiner Musik steckt. Ich wollte Grenzerfahrungen einsammeln, dass man mit dem Minimum auskommen muss und trotzdem den Kopf über Wasser halten kann.“ Diese Erfahrungen in einer Phase, „wo ich auf dem Zahnfleisch gegangen bin“, verbunden mit einer künstlerischen Entscheidung hätten zum „dunkelsten Material“ seines bisherigen Schaffens geführt. Hinzu käme, dass die melancholischeren Werke für ihn eine größere Zeitlosigkeit hätten, „weil mich das auf meinem Künstlerleben immer begleitet hat“.

Dieser Melancholie folgend, enthält das Album eine Reihe von emotionalen, atmosphärischen, neo-klassischen (Piano-) Songs wie Only Silence Knows My Name oder Missing Pages; mit einer wundervollen harmonischen Auflösung ragt dabei Will To Leave heraus: „Der Song liegt mir besonders am Herzen“, erzählt Dominik Sonders, „er ist einem Freund gewidmet, der sich 2011 das Leben genommen hat.“ Beim Hören entstehen im Kopf unweigerlich Bilder. So kann man sich Worlds Collide als Musik zu einer Film-Doku über ökologische Themen vorstellen, bei Last Line Of Defence entstehen dramatische Kriegsbilder vor dem geistigen Auge.

Am Freitag, 22. Mai, erscheint The Art Of Starvation nicht nur in digitaler Form, sondern auch als CD. Ermöglicht hat dies die Kulturförderung der Stadt Kiel: „Ich hab mich über Fördermöglichkeiten informiert, im November den Antrag gestellt und im März ist er genehmigt worden“, freut sich der Sidetrack Walker.

Vorbestellung des Albums möglich unter sidetrackwalker.bandcamp.com. Mehr Infos unter www.sidetrackwalker.de